Siemens Casino, Haus Passau

 

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Im Jahr 1991 begann die Planung für den Umbau und die Aufstockung des Casinos Haus Passau für die Siemens Zweigniederlassung in München. Die Kapazität des Casinos sollte auf 2.000 Essen pro Mahlzeit erhöht und das Sitzplatzangebot erweitert werden. In einem neuen Obergeschoß wurden zusätzliche Schulungsräume und ein Vortragssaal mit Büroflächen untergebracht.

Für die Aufstockung wurde eine zusätzliche Gründung des Gebäudes notwendig. Schwierige Bodenverhältnisse führten zu einer Reduzierung der vorhandenen Bausubstanz bis auf den Rohbau. Aus Gründen der Gewichtseinsparung erfolgte die Aufstockung des Gebäudes um ein Obergeschoß und das Technikgeschoß in Stahlbau.

Die Raumlufttechnischen Anlagen wurden komplett neu aufgebaut. Der Küchenbereich wird über eine Küchenfunktionsdecke be- und entlüftet. Im Speisesaal wurde eine Luftführung von unten nach oben gewählt. Dadurch ist es möglich, die Geruchsbelastungen sowie auftretende Wärmelasten mit der Luft schnell aus dem Aufenthaltsbereich der Personen heraus unter die Decke zur Fortluft zu führen.

Für die Schulungsräume und den Vortragssaal gestaltete sich der Aufbau der Raumlufttechnischen Anlagen sehr anspruchsvoll, da aufgrund des Stahlbaus umfangreiche Maßnahmen zur Schalldämmung notwendig wurden. Die Luftführung erfolgt über einen Doppelboden von unten nach oben. Die thermischen Lasten werden durch Veränderung der Zu- und Abluftmenge über Volumenstromregler berücksichtigt. Alle Anlagen sind mit Wärmerückgewinnungsanlagen ausgerüstet. Die Kälteanlage verfügt über eine Einrichtung zur freien Kühlung, um die Kühllasten in der Übergangszeit abzuführen.

Aus wirtschaftlichen Gründen wurde der Betrieb der Raumlufttechnischen Anlagen dem diskontinuierlichen Schulungsbetrieb angepaßt. Über einen Präsenzfühler ist die Zu- und Abluft nur in den benutzten Räumen in Betrieb. Bei Änderung der Belegung verändert sich im Kanalnetz der Druck. Die Zentralgeräte werden über Druckfühler geregelt und mit entsprechend veränderter Förderleistung gefahren. Dies führt zur Optimierung des Energieeinsatzes.

Die Sanitäranlagen umfassen eine zentrale Fettabscheideranlage, eine zentrale Wasseraufbereitung für das Warmwasser und das vollentsalzte Kaltwasser in verschiedenen Härtegraden sowie eine zentrale Warmwasserbereitung, die über Fernwärme betrieben wird, Das Gebäude ist wegen der durch den Stahlbau bedingten baurechtlich hohen Brandschutzauflagen voll gesprinklert. Die über Fernwärme mit Wärmetauscher betriebene Heizungsanlage versorgt die Heizkörper an der Fassade.

Die Installationen für Starkstrom und Nachrichtentechnik wurden auf vorhandene zentrale Betriebseinrichtungen aufgeschaltet. Die Beleuchtungsschaltung erfolgt über ein INSTA-Bus-System, wodurch hohe Flexibilität erreicht wird. Alle MSR-Einrichtungen arbeiten nach dem DDC-Prinzip und sind über ein Bus-System mit der Gebäudeleittechnik verbunden.

 

INTEG-Leistungen

Gesamte Planung und Objektüberwachung für alle Bereiche der Technischen Gebäudeausrüstung incl. der küchentechnischen Einrichtungen
Herstellkosten der von INTEG betreuten Anlagen € 5 Mio.

Jahr der Fertigstellung 1994

 

 

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